Ausstellung: „Vergessene“ Geschichte

AKTUELL STAND 11. FEBRUAR 2017: Von der Ausstellung sind mehrere Exemplare vorhanden. Sie wird aktuell gezeigt im Haus der Demokratie und Menschenrechte Berlin (Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin) (pdf); hierüber berichtete der Journalist Peter Nowak in Neues Deutschland 18.01.2017 (pdf). Vom 1. bis 24. Februar 2017 hängt sie im Gewerkschaftshaus Darmstadt (Rheinstr. 50) (Flyer), außerdem bis 07.03.2017 im Gewerkschaftshaus Stuttgart (Willi-Bleicher-Straße 20, Einladungsflyer zur VernissageAnkündigung der „Anstifter“ (pdf), Berichte in der Heilbronner Stimme 07.02.2017 und von Dieter Keller). Vom 21. Februar bis 15. März 2017 wird sie von der GEW Oberhausen  im dortigen Kulturzentrum Fabrik K 14 (Lothringer Str. 64) gezeigt, vom 1. bis 21. März 2017 im DGB-Büro Kassel (Spohrstr. 6-8). Am Freitag 10.03.2017 ist die Vernissage in der Volkshochschule Tübingen (Katharinenstr. 18) geplant.  Vom 25. März bis 28. April 2017 wird sie im Rathaus Marburg gezeigt (Markt 1, Raum 1), vom 24.04. bis 31.05. in Braunschweig. Träger bzw. Veranstalter sind jeweils örtliche Gewerkschaftsgliederungen und Bündnisse. Dann vom 06.06. bis 21.07. in München (DGB Bildungswerk) und vom 17.10. bis 10.11.2017 wieder in Hannover bei der dortigen Volkshochschule (Burgstr. 14) Weitere Ausstellungsorte und genaue Termine werden hier bekannt gegeben! (Entsprechende Hinweise arbeiten wir gerne ein.)

 

Am 05.03.2016 war die Ausstellung bei der Landesdelegiertenkonferenz der GEW Baden-Württemberg in Sindelfingen zu sehen, im April/Mai 2016 im Waldheim Clara-Zetkin-Haus in Stuttgart-Sillenbuch (Flyer Referat bei der Eröffnung) und die englischsprachige Version in der Universitätsbibliothek Roskilde (Dänemark), verbunden mit einer Konferenz (siehe unten). Vom 09.05. bis 03.06.2016 hing sie im LINKE-Kreisbüro Mönchengladbach. Vom 09.08. bis 09.09.2016 war die Ausstellung im Neuen Rathaus Göttingen. Über die Eröffnung am 09.08.2016 mit einem bemerkenswerten Grußwort des Oberbürgermeisters Rolf-Georg Köhler; hierüber berichteten das Göttinger Tageblatt (pdf),  HNA (Hessische/Niedersächsische Allgemeine) (pdf), NDR aktuell (Daten) (mp4) und Stadtradio Göttingen (pdf) (mp3). Viele Monate wurde die Ausstellung an der Juristischen Fakultät der Universität Hamburg gezeigt. Auch bei der Tagung „Geheimdienste“ vor Gericht“ am 22.10.2016 an der Humboldt-Universität Berlin und vom 19. bis 26.11.2016 an der Volkshochschule Emden (Ostfriesland) war sie zu sehen und vom 3.11. bis 16..12.2016 Uhr im DGB-Haus Frankfurt/Main als Auftakt des Bündnisses „Berufsverbote Hessen“ (Einladung). Vom 01.12.2016 bis 21.12.2016 war sie im Rahmen eines Veranstaltungsprogramms im Städtischen Kulturzentrum PFL in Oldenburg zu sehen; für die Eröffnung am 01.12.2016 waren Grußworte des Oberbürgermeisters Jürgen Krogmann, des GEW-Bezirksvorsitzenden (Weser-Ems) Stefan Störmer und der Landtagsabgeordneten Susanne Menge (GRÜNE) und Ulf Prange (SPD) angekündigt. Bis Ende Januar 2017 hing sie im Gewerkschaftshaus in Esslingen/Neckar. Auch hier die Bitte: schickt uns örtliche Berichte, als Link oder Scan, wir verlinken sie gerne.)

 

 

In Hannover in den Räumen des ver.di-Bildungswerks, Goseriede 10 wurde ab Oktober 2015 für mehrere Monate die neu konzipierte Ausstellung „Vergessene“ Geschichte - Berufsverbote, Politische Verfolgung in der Bundesrepublik Deutschland erstmalsgezeigt.

 

„Eine sehr informative und aufrüttelnde Ausstellung. Auch gut für Schüler/innen und Studierende geeignet.“

(Lea Arnold, DGB-Bezirk Niedersachsen - Bremen - Sachsen-Anhalt)

„Verdienstvoll, diese Ausstellung. Es war meine Studienzeit, es waren auch meine Ängste. Die Aufarbeitung ist überfällig.“ (Michael Hans Höntsch MdL, SPD-Landtagsfraktion)

„Eine nicht nur visuell, sondern auch inhaltlich, mit historischen Bezügen hervorragend gelungene Ausstellung.“

(Meta Janssen-Kucz MdL, Landesvorsitzende Bündnis90/DIE GRÜNEN Niedersachsen)

„Danke für diese aufschlussreiche Ausstellung. Ich bin beeindruckt und bewegt.“ (Besucherin)

 

 

Die 20 Ausstellungstafeln im Format 77,8 x 110 cm können ausgeliehen und auch anderswo gezeigt werden. (Ein zweiter Satz steht bereits zur Verfügung.) Man benötigt ein bis zwei größere Räume, um die Tafeln zu präsentieren. Der Versand erfolgt über eine Spedition und kostet ca. € 100,- bis € 150,-. Die Transportkosten müssen selbst getragen werden. Eine Zusammenarbeit mit geeigneten örtlichen Trägern - zum Beispiel Gewerkschaften - bietet sich an. Interessierte bitte melden bei Cornelia Booß-Ziegling: Booss-Ziegling(AT)t-online.de. Verleih-Info zum Herunterladen - NEU: Powerpoint-Präsentation, die in die Konzeption der Ausstellung einführt.

 

Als Begleitmaterial gibt es eine Ausstellungsbroschüre, die  separat im Buchhandel für € 3,- erhältlich ist, ISBN: 978-3-930726-25-7, sowie das Plakat mit der Titeltafel. -  Es gibt dazu die vier baden-württembergischen Ergänzungstafeln zur Ausstellung als Einlege-Faltblätter.

 

Konzept, Recherche und Texte der Ausstellung wurden erarbeitet von: Cornelia Booß-Ziegling (Hannover), Hubert Brieden (Neustadt), Rolf Günther (Hannover), Bernd Lowin (Dransfeld), Joachim Sohns (Oldenburg), Matthias Wietzer (Hannover)

 

Ausstellungsbesprechung von Ken Merten in der jungen Welt 28.10.2015 - zusammen mit einem Bericht über die Aktionskonferenz der Betroffenen in Hannover am 24.10.2015 - pdf der jW-Seite

Berichte über die Ausstellung erschienen auch der GEW-Zeitschrift E&W 11/15, der gleichnamigen Zeitschrift der GEW Niedersachsen sowie deren Webportal, in Neues Deutschland vom 27.10.2015 (pdf), in der DKP-Zeitung unsere zeit vom 23.10.2015 (pdf), im Portal scharf links am 15.10.2015 (pdf), den kleinen Stadtzeitungen Ihmebote (pdf), Schädelspalter, Stadtkind (pdf der Printausgabe) und Lindenspiegel (pdf) sowie auf der Website der GRÜNE-Landtagsabgeordneten Meta Janssen-Kucz (pdf).

Das türkische Internetportal „soL portal“ und die Zeitung „Boyun Egne“ führten im November 2015 ein Interview mit Matthias Wietzer durch -  Text des Interviews im Portal „scharf-links“ - Auszüge in der Stadtzeitung Lindenpiegel 01-2016 (S. 3) (pdf) - Interview auf Türkisch (pdf)

 

Eröffnung der Ausstellung in Hannover am 13. Oktober 2015

Pressemitteilung der Niedersächsischen Initiative gegen Berufsverbote:

„Ich bin tief beeindruckt von der Ausstellung“ und „total toll“ - zwei von vielen zustimmenden Aussagen von Besucher/innen, die in den verdi-Höfen in Hannover bei der Eröffnung der bundesweiten Wanderausstellung „Vergessene“ Geschichte: Berufsverbote - Politische Verfolgung in der Bundesrepublik Deutschland, getroffen wurden.

In der nach der Vorstellung der Ausstellung erfolgten Diskussion spielte insbesondere die Verschleppung des rot-grünen Landtagsantrages zu den Berufsverboten und zur Einrichtung einer Rehabilitierungskommission -  der Antrag liegt seit über einem Jahr im Innenausschusss des Landtages unbehandelt vor - eine Rolle.

Die Landesvorsitzende der GRÜNEN, MdL Meta Janssen-Kucz, informierte, dass die CDU nicht bereit sei in der Kommission mitzuarbeiten und sich die FDP-Fraktion noch in der Diskussion befände. Die Politikerin befürwortete eine zügige Aufnahme der Arbeit der Rehabilitierungskommission und betonte, dass die Teilnahme aller Fraktionen nicht zwingend erforderlich sei. „Der `Radikalenerlass`ist zwar aufgehoben, das Gedankengut ist aber noch präsent!“

Lea Arnold vom DGB-Bezirk Niedersachsen - Bremen - Sachsen-Anhalt forderte, dass die Kommission endlich mit der Arbeit beginnen solle. Wenn die CDU keine Lust habe, könne die Aufarbeitung und Rehabilitierung auch ohne sie erfolgen. Unerträglich sei die Tatsache, dass Gewerkschaftskollegen, die eine Demonstration angemeldet haben, ins Visier des Verfassungsschutzes geraten sind.

 


 Die vom Berufsverbot betroffene Lehrerin Cornelia Booß-Ziegling erläutert die bundesweite Wanderausstellung

 

Nach 12-jähriger Betroffenheit erklärt Lehrer Matthias Wietzer die Folgen der Berufsverbote (Fotos: Dr. Michael Hüser)

 

Unterstützer der Ausstellung in Hannover: DGB-Bezirk Niedersachsen - Bremen - Sachsen-Anhalt; GEW Landesverband Niedersachsen; Bildungswerk ver.di; Bildungs- und Förderungswerk der GEW im DGB e.V.; Rosa Luxemburg Stiftung Niedersachsen e.V. Führungen können angemeldet werden über Tel. 0511-12400414.


In Hannover führt das ver.di-Bildungswerk gemeinsam mit dem "Arbeitskreis Regionalgeschichte e.V." parellel zur Ausstellung eine Veranstaltungsreihe zum Thema „Totale Kontrolle - Überwachungswahn und das Ende der Freiheit“ durch. In diesem Rahmen wird beispielsweise in den gleichen Räumen am 10. Dezember 2015, 19 – 21.00 h, Dominik Rigoll einen Vortrag zum Thema seines Buches „Staatsschutz in Westdeutschland“ halten.

 

Auch ein solches Begleitprogramm mit geeigneten Partnern bietet sich an, wenn die Ausstellung anderswo gezeigt wird. In Gewerkschaftshäusern, Bildungseinrichtungen, Schulen und Hochschulen, Rathäusern und kirchlichen Einrichtungen gibt es möglicherweise Interesse an der Thematik.

 

Die Universitätsbibliothek Roskilde (Dänemark) zeigte vom 11. April bis 10. Mai die 20 Tafeln der Ausstellung. Für die Dänen als erste ausländische Interessenten wurde in Hannover eine englischsprachige Version der Ausstellung erstellt. Aus Anlass der Ausstellung führte die Universität am 8. April einen Thementag durch zur Aufarbeitung der Erfahrungen mit dem westdeutschen Berufsverbot der 1970er im Hinblick auf Bedingungen und Einschränkungen der öffentlichen Debatte im heutigen Dänemark. Es handelt sich um eine ganztägige interdisziplinäre Konferenz, die Ähnlichkeiten und Unterschiede untersuchen soll zwischen der Situation, die damals in der BRD vorlag und in Berufsverboten mündete, und solchen heutigen Erscheinungen in Dänemark wie die Überwachung am Arbeitsplatz, Einschränkung der Meinungsfreiheit durch Zeitverträge und überhaupt durch prekäre Beschäftigungsverhältnisse, durch elektronische Massenüberwachung und Einschränkungen des Zugangs der Öffentlichkeit zu Akten und Vorgängen der staatlichen Verwaltung. Zur Sprache kommen natürlich die qualitativen und quantitativen Unterschiede zwischen solchen staatlichen und privaten Übergriffen. Im Berufsverbot, geheimdienstlicher Überwachung und Geheimhaltung von Verwaltungsakten sehen die Initiatoren der Konferenz demoralisierende, die Betroffenen zur Handlungsunfähigkeit verdammen sollende selbstherrliche staatliche Übergriffe, Einschränkungen bürgerlicher Rechte und Rechtsbrüche, denen letztendlich nur landesweite Massenbewegungen und starke demokratische parlamentarische Mehrheiten einen Riegel vorschieben können. Demgegenüber steht die (quantitativ sicher viel bedeutendere) „Kultur“ des „nichts mehr Sagens“ angesichts zunehmend unsicherer Arbeitsplätze, gegen die es grundsätzlich schon vor Ort einen gewissen Schutz gibt: Die Solidarität von Kolleg/inn/en und starken Gewerkschaften. Unterstützt wird die Veranstaltung von der dänischen Hochschullehrergewerkschaft „Dansk Magisterforening“. Programm des Thementags Ankündigung auf dem Campus - Beitrag von Bernhelm Booss-Bavnbek  (einem als Berufsverbots-Betroffener nach Dänemark emigrierten Mathematiker) in der großen dänischen Zeitung Politiken, 06.04.2016 (pdf des Textes) (pdf der Website) (in dänischer Sprache)